Eines der KriteÂriÂen, warum ein UnterÂnehmensÂverkauf scheiÂtert, ist eine überzoÂgeÂne KaufpreisÂvorÂstelÂlung auf VerkäuÂferÂseiÂte. Die VorstelÂlunÂgen über den Wert des UnterÂnehÂmens von Käufer und VerkäuÂfer weichen also stark voneinÂanÂder ab.
Ursache ist selten eine inkorÂrekÂte UnterÂnehÂmensÂbeÂwerÂtung. Sondern der emotioÂnaÂle Wert der Firma wird vom Inhaber so hoch empfunÂden, dass er ihn als monetäÂren Wert ebenso hoch einstuft. Die KäuferÂseiÂte schaut beim UnterÂnehmensÂkauf meist aber ganz anders auf eine UnterÂnehÂmung. Vielleicht würden Sie sagen, eher ratioÂnal. Jedoch spielen auch auf der KäuferÂseiÂte emotioÂnaÂle FaktoÂren eine große Rolle. Dort geht es in den meisten Fällen um ein ausgeÂprägÂtes SicherÂheitsÂbeÂdürfÂnis. Deshalb will ein KaufinÂterÂesÂsent im Prinzip nur eines wissen: Wie nachhalÂtig kann das UnterÂnehÂmen einen Mehrwert für seine ZielgrupÂpe erzeugen?
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UnterÂnehÂmens-verkauf (M&A) ohne Risiko und Wertverlust
Erst wenn Sie einem KaufinÂterÂesÂsenÂten glaubÂhaft machen können, dass die BeantÂworÂtung dieser Frage auch künftig positiv gelingt, geht er davon aus, dass das UnterÂnehÂmen auch in Zukunft einen Ertrag erwirtÂschafÂtet. Das ist wichtig, z.B. für die RückfühÂrung der FinanÂzieÂrung. Der Blick in die VerganÂgenÂheit reicht bei genauÂer BetrachÂtung nicht aus, um eine AussaÂge über die NachhalÂtigÂkeit der WirtschaftsÂkraft machen zu können. KlassiÂker des ScheiÂterns, wie bei Nokia, Polaroid, usw. zeigen, dass das FesthalÂten an der bekannÂten und beherrschÂten TechnoÂloÂgie, am existieÂrenÂden GeschäftsÂmoÂdell, kein Garant für ein ertragÂreiÂches künftiÂges WertanÂgeÂbot für eine künftiÂge ZielgrupÂpe sein muss.
UnterÂnehmensÂverkauf durch VeränÂdeÂrung des Geschäftsmodells
Welchen Einfluss eine VeränÂdeÂrung des GeschäftsÂmoÂdells auf den Kaufpreis und die NachfolÂge haben kann, zeigt der Fall eines reinen LohnferÂtiÂgers für Dreh- und FrästeiÂle. Dieser will sein UnterÂnehÂmen verkauÂfen, da er die unterÂnehÂmeÂriÂsche VerantÂworÂtung nicht weiterÂtraÂgen möchte. Die AuftragsÂlaÂge ist gut, da er für seine QualiÂtät, PünktÂlichÂkeit und sein Know-how bekannt ist. Es gibt viele KaufinÂterÂesÂsenÂten, aber die meisten KaufpreisÂanÂgeÂboÂte entspreÂchen nicht den ErwarÂtunÂgen des VerkäuÂfers. Das wird meist mit der fehlenÂden SkalierÂbarÂkeit bzw. einem fehlenÂden AlleinÂstelÂlungsÂmerkÂmal begründet.
Unsere Frage an den VerkäuÂfer, was er an seinem GeschäftsÂmoÂdell anders machen würde, führte zu folgenÂden AussaÂgen: KonstrukÂtiÂons-Know-how mit anbieÂten und die FertiÂgung auf BauteilÂgrupÂpen ausweiÂten, um die WertschöpÂfungsÂtieÂfe zu erhöhen. KonkreÂte Ideen waren also vorhanÂden, der VerkäuÂfer konnte und wollte diese aber nicht mehr selbst umsetzen.
Das EinbeÂzieÂhen und DiskuÂtieÂren dieser Ideen gleich in die InterÂesÂsenÂtenÂgeÂspräÂche und -auswahl, entpuppÂte schon nach kurzer Zeit den idealen Käufer, der die PotenÂziaÂle erkannÂte und wertschätzte.
Das GeschäftsÂmoÂdell eines Unternehmens
Immer dann, wenn wir vom Mehrwert für eine ZielgrupÂpe sprechen, ist es das GeschäftsÂmoÂdell des UnterÂnehÂmens, welches diesen ZusamÂmenÂhang beschreibt. Im Herzen eines solchen, geht es primär um das NutzenÂverÂspreÂchen. Mit welchen ProdukÂten bzw. welcher DienstÂleisÂtung erzeuÂgen Sie einen Mehrwert? Für wen? Für Ihre Kunden oder solche, die es werden sollen? Dann sprechen wir von Ihrer ZielgrupÂpe bzw. den KundenÂsegÂmenÂten. Dabei ist entscheiÂdend, welche BezieÂhung Sie zu Ihren Kunden haben und über welche Kanäle Sie diese erreichen.
Die im sog. Business Model Canvas (Canvas bedeuÂtet so viel wie Leinwand, Tapete) rechte Seite sorgt für den Umsatz im Unternehmen.

Auf der linken Seite sind die SchlüsÂselÂakÂtiÂviÂtäÂten, -ressourÂcen und Partner zum ErbrinÂgen Ihres NutzenÂverÂspreÂchens aufzuÂlisÂten. Das beschreibt die KostenÂseiÂte Ihres Geschäftsmodells.
Die BewerÂtung eines Geschäftsmodells
Sieht man sich die tradiÂtioÂnelÂlen, verganÂgenÂheitsÂoriÂenÂtierÂten BewerÂtungsÂverÂfahÂren von UnterÂnehÂmen an, stellt man fest, dass der Blick in die Zukunft nur sehr limitiert berückÂsichÂtigt wird. Neben dem SubstanzÂwertÂverÂfahÂren (BewerÂtung der aktuelÂlen BestandÂteiÂle des AnlageÂverÂmöÂgens) und dem MultiÂpliÂkaÂtorÂverÂfahÂren (VervielÂfaÂchung des EBIT mit einem für die Branche typischen MultiÂpliÂkaÂtor), werden im DACH-Raum UnterÂnehÂmensÂwerÂte vor allem mit dem ErtragsÂwertÂverÂfahÂren und im interÂnaÂtioÂnaÂlen Kontext vorwieÂgend mit dem DiscounÂted-Cash-Flow-VerfahÂren bewerÂtet. Dabei werden die letzten drei JahresÂabÂschlüsÂse als bereiÂnigÂte DurchÂschnittsÂbiÂlanz gebilÂdet und dann der Cash-Flow oder das EBIT über die künftiÂgen zehn Jahre mit einem KapitaÂliÂsieÂrungsÂzinsÂsatz diskonÂtiert. In einfaÂchen Worten: Es wird versucht zu ermitÂteln, wie groß die WahrscheinÂlichÂkeit ist, dass der heutiÂge Ertrag auch noch in den künftiÂgen Jahren erwirtÂschafÂtet wird. Im Canvas-Modell wird also die linke von der rechten Seite abgezoÂgen und dann mit einem RisikoÂzinsÂsatz abgezinst. Denn es liegen faktisch keine ErfahÂrungsÂwerÂte vor, wie sich die Zukunft gestalÂten wird. Das gleiche gilt für die Umsatzentwicklung.
Sie merken schon, der Blick in die Zukunft ist ein Blick in die VerganÂgenÂheit, der in die Zukunft extraÂpoÂliert wird. Es hat mehr mit dem Blick in die GlaskuÂgel und dem Prinzip Hoffnung zu tun, dass der KaufinÂterÂesÂsent diesen Aspekt nicht ganz so ernst nehmen möge.
BewerÂtungsÂmeÂthoÂden beim Unternehmensverkauf
ZukunftsÂoriÂenÂtierÂte BewerÂtungsÂmeÂthoÂden versuÂchen, dem Blick in die GlaskuÂgel eine mehr qualiÂtaÂtiÂve Note zu geben. Wir dürfen also von operaÂtiÂven PlanungsÂmeÂthoÂden, datenÂbaÂsierÂten VerfahÂren bzw. BenchÂmark-MethoÂden keinen monetäÂren UnterÂnehÂmensÂwert erwarÂten. Es sind mehr Ratings über die indiviÂduÂelÂlen FaktoÂren des GeschäftsÂmoÂdells (siehe den Canvas-Ansatz) und seiner nachhalÂtiÂgen EntwickÂlungsÂproÂgnoÂse. Dabei möchten wir Ihnen IDEASCANNER vorstelÂlen, der laut KundenÂfeedÂback: „ein echter Eye Opener“ ist und „besser als alles andere auf dem Markt“, denn ein Business Model Canvas sagt einem nicht, an welchen Stellen man das GeschäftsÂmoÂdell verbesÂsern sollte.
Autoren:
Wolfgang Bürger, KERN Standorte Nürnberg und Würzburg
Roland GreppÂmair, KERN StandÂort München
Holger HaberÂmann, KERN Standorte München und Salzburg
AndreÂas Stütz, IDEASCANNER, Gründer & CEO
TIPPS zum Weiterlesen:
MBI - ErfolgsÂmoÂdell Unternehmensnachfolge

