Geschäftsleute prüfen eine Firmenübernahme ohne Eigenkapital

Firma übernehmen ohne Eigenkapital

Ein Unternehmen zu übernehmen ist mit einem hohen finanziellen Aufwand für den Käufer verbunden. Besonders schwierig ist dies häufig für junge und sehr hoch qualifizierte Entrepreneure. Sie verfügen noch nicht über die notwendigen eigenen Mittel und Sicherheiten und wären dabei vielleicht der perfekte Nachfolger für ein Familienunternehmen.

Doch es gibt interessante Möglichkeiten, eine Firmenübernahme zu finanzieren. Auch ohne Eigenkapital.

Sie haben nicht viel Zeit zu lesen? Unser Artikel auf einen Blick:

  • Eine klassische Übernahme kann durch Eigenkapital, Fremdkapital oder Förderungen/Zuschüsse (bzw. Kombinationen dieser Punkte) finanziert werden

  • Der Kapitalbedarf für die Übernahme sollte vorab genau kalkuliert werden

  • Als Alternativen zum Eigenkapital geben wir Ihnen 10 Anregungen für die Finanzierung der Übernahme

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6 Gründe, eine Firma zu übernehmen

  1. Eine bestehende Firma hat sich bereits im Markt etabliert – das muss bei Start-ups erst noch gelingen.
  2. Eine funktionierende Geschäftsidee ist bereits vorhanden und garantiert belastbare Umsätze vom ersten Tag an.
  3. Modernisieren ist einfacher als Gründen – zumindest wenn es sich um einen kalkulierbaren Investitionsstau handelt.
  4. Geschultes Personal ist meist vorhanden und dies ist eines der wichtigsten Argumente für eine Firmenübernahme.
  5. Es besteht ein Kundenstamm und dieser kann für den Ausbau des bisherigen Geschäftsmodells aktiv genutzt werden.
  6. Anlagevermögen ist vorhanden und hilft Finanzierungen zu sichern bzw. kann im Idealfall sogar stille Reserven bedeuten.

Vorteile einer Firmenübernahme

Wenn Sie ein bestehendes Unternehmen übernehmen, können Sie von dessen gutem Ruf, den laufenden Erträgen, seinem Mitarbeiter- sowie Kundenstamm und seinem Anlagevermögen profitieren. In vielen Fällen können Sie das Unternehmen mit nur geringfügigen Änderungen weiter betreiben. Ein bestehendes Unternehmen, sollte es rentabel wirtschaften, ist daher oftmals zukunftssicherer als ein neu gegründetes Unternehmen.

Aus Käufersicht gibt es wichtige Rahmenbedingungen, die Sie beachten sollten. Werfen Sie gerne einen Blick auf unser Webinar:

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Klassische Möglichkeiten einen Unternehmenskauf zu finanzieren

Wie kann ich einen Firmenkauf finanzieren? Es gibt drei übliche Möglichkeiten zur Finanzierung eines Firmenkaufs. Entweder durch vorhandenes Eigenkapital, durch Fremdkapital (Kredit durch eine Bank oder Sparkasse, Private Equity) oder durch Förderungen/Zuschüsse z. B. durch die KfW.

Üblicherweise werden Firmenkäufe über einen sinnvollen Finanzierungsmix aus diesen drei vorgenannten Möglichkeiten aufgebaut.

Eigenkapital

Finanziert man den Unternehmenskauf durch Eigenkapital, zahlt man den Kaufpreis mit seinem eigenen Vermögen bzw. kann eigene Sicherheiten (z. B. Immobilien) für das Finanzierungskonstrukt zur Verfügung stellen. Es wird keine fremde Hilfe zur Finanzierung benötigt und gemeinsam mit einer Bank oder Sparkasse kann der Kaufpreis umgesetzt werden. Ausnahmen können ein Verkäuferdarlehen oder Risikokapitalgeber sein, welche im Rahmen einer Eigenkapitaleinlage ebenfalls voll haften und damit das unternehmerische Risiko teilen.

Fremdkapital

Bei der Unternehmensübernahme können Sie einen gezielten Kredit von einer Bank oder Sparkasse erhalten. Diese zeichnen sich in der Regel durch gestaltbare Finanzierungsbeträge, lange Laufzeiten und niedrige Zinssätze (ändert sich vermutlich gerade) aus. Idealerweise sollten Sie nach einem Kredit suchen, der Sondertilgungen zulässt. Denn wenn das Unternehmen schnell und stark ertragreich wird, möchte ein Käufer ggf. schneller die Refinanzierung wieder abschließen.

Es lohnt sich, verschiedene Finanzierungsangebote zu vergleichen, bevor Sie sich entscheiden. Ein persönliches Beratungsgespräch mit einem Experten kann von Vorteil sein. In der Regel benötigen Sie einen detaillierten Geschäftsplan und entsprechende Prognosen, um einen Kredit zu erhalten. Bereiten Sie sich auf einen solchen Termin vor, indem Sie diese Informationen bereithalten und betrachten Sie ihn nicht nur als ein lockeres Kennenlerngespräch.

Die Finanzdienstleister wollen von Anfang an verstehen, worum es bei Ihrem Unternehmen geht und warum es perspektivisch sicher ist, dass eine Refinanzierung gelingen kann. Stellen Sie sich darauf ein, dass eine Bank dazu auch Branchenspezialisten als Gesprächspartner bereithält, die über umfassende Kenntnisse verfügen und dementsprechende Fragen formulieren.

Darlehen ohne Eigenkapital möglich?

Sie möchten eine Firma kaufen, verfügen aber nicht über das erforderliche Eigenkapital oder die erforderlichen Sicherheiten? Sie denken vermutlich, dass dies die Aufnahme eines Kredits unmöglich macht, aber es gibt tatsächlich Möglichkeiten, ein Darlehen ohne ausreichendes eigenes Vermögen aufzunehmen.

Wenn Sie über eine hervorragende Bonität und ein hohes Einkommen verfügen, können Sie möglicherweise einen Kredit ohne Eigenkapital oder Sicherheiten erhalten. Dies ist jedoch in der Regel nur möglich, wenn es sich um einen kleineren Kreditbetrag handelt und die Rückzahlungsfrist kurz ist. In den meisten Fällen benötigen Sie eine ausreichende Form von Sicherheiten, um ein Darlehen für einen Firmenkauf abzusichern.

Eine Möglichkeit, dies zu umgehen, besteht darin, die Vermögenswerte des Unternehmens, das Sie kaufen möchten, als Sicherheiten zu verwenden. Dies kann durch die Aufnahme eines Kredits gegen den Wert des Unternehmens geschehen. Jeder Finanzierungspartner wird den möglichen Wert kritisch prüfen und nur mit Abschlägen als mögliche Sicherheit akzeptieren. Selbst bei Immobilien gibt es erhebliche Reduzierungen zwischen einem möglichen Marktwert und dem Beleihungswert aus Sicht einer Bank. Wenn eigene Werte, wie ein privates Haus, schuldenfrei als Sicherheit gegeben werden können, hilft dies vermutlich sehr.

Wie hoch sollte die Eigenkapitalquote sein?

Die Eigenkapitalquote (also der persönliche Anteil am Kaufpreiskonstrukt) sollte zwischen 10 und 30 Prozent liegen. Je nach Umfang und Art des Geschäftsmodells und der Branche. Es gibt Möglichkeiten, das Eigenkapital aufzustocken. Zum Beispiel durch ein Verkäuferdarlehen und weitere aktive oder passive Gesellschafter. Auch ein Management Buy Out MBO kann helfen, eine Finanzierung im Firmenkauf zu stemmen, verbindet zugleich wichtige Mitarbeiter mit dem Nachfolger und erhöht die Bindungsquote von Schlüsselpositionen.

Vorgehen zur Ermittlung Kapitalbedarf

Wenn Sie ein Unternehmen übernehmen möchten, ist es wichtig, zunächst den Kapitalbedarf zu kennen. Dies wird Ihnen helfen, die richtigen Finanzierungspartner zu finden, um den Kauf zu ermöglichen. Denken Sie daran, dass eine Unternehmensübernahme in der Regel teurer ist als eine Neugründung, da Sie ein bestehendes Unternehmen kaufen.

Bei Ihrer Finanzplanung kommt es darauf an, den Kapitalbedarf genau abzuschätzen, damit Sie weder zu wenig noch zu viel Geld aufbringen. Außerdem müssen Sie perspektivisch über genügend Liquidität verfügen, um eine Wachstumsphase nach der Übernahme umzusetzen. Spätere Nachverhandlungen mit Banken sind dann eher zäh und nicht geliebt.

Zu den größten Bestandteilen einer Investition bzw. des Kaufpreises, gehören Grundstücke, Anlagevermögen und notwendige Investitionen für Modernisierungen (besonders bei einem Investitionsstau). Auch laufenden Kosten müssen Sie, je nach Ertragslage, einkalkulieren. Achten Sie darauf, dass Sie genügend Kapital zur Verfügung haben, um diese Kosten zu decken, oder dass sie zuverlässig aus Ihrem Cashflow bedient werden können.

Beispiel

Frau Müller möchte die Bäckerei von Herrn Huber übernehmen.

Grundstück und Bäckereibetrieb befinden sich im Besitz von Herrn Huber. Es wurde sich bereits auf einen Gegenwert von 500.000 Euro geeinigt.

Es ist weiterhin ein Anlagevermögen von ca. 100.000 Euro vorhanden. Dazu zählen sowohl die Bäckereiausstattung als auch die Ausstattung des Verkaufsraumes.

Und auch ein Umlaufvermögen (Vorräte) von ca. 10.000 Euro ist noch vorhanden. Die Firma erwirtschaftet nach dem Unternehmerlohn stabil ca. 100.000.– Euro EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern). Der Kaufpreis entspricht also ungefähr dem Faktor 5 x EBIT.

Nach eingehender Prüfung ist klar, dass der Sitzbereich für den Verzehr der Waren vor Ort dringend erneuert und modernisiert werden muss. Dies wird ungefähre Kosten von 30.000 Euro verursachen.

  • Grundstück und Bäckereigebäude: 350.000 Euro
  • Anlagevermögen: 100.000 Euro
  • Umlaufvermögen: 10.000 Euro
  • Gesamt: 460.000 Euro als „Substanzwert“. Dies entspricht ungefähr auch dem taxierten Ertragswert der Bäckerei.

Zwar erwirtschaftet die Bäckerei auch Umsätze und Erträge, die den folgenden, laufenden Finanzierungsbedarf abdecken können, jedoch sollte in diesem Fall berücksichtigt werden, dass bei der Modernisierung des Sitzbereiches der Betrieb eingeschränkt sein wird.

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Problem: Firmenkauf Nebenkosten müssen ebenfalls Käuferseitig bezahlt werden

Wenn Sie eine Unternehmensübernahme in Erwägung ziehen, sollten Sie alle Nebenkosten einkalkulieren, z. B. für Notar, Rechtsanwalt oder Steuerberater. Diese können sich summieren und daher ist es wichtig, dass Sie sie in die Finanzplanung integrieren.

Denken Sie außerdem daran, dass Sie auch nach der Übernahme sofort laufende Kosten wie Gehälter und Energierechnungen aus dem Umsatz und Ertrag decken müssen. Eine frühzeitige Berücksichtigung dieser Faktoren ist unabdingbar. Die Liquidität des täglichen Geschäftes muss ebenfalls in die gesamte Finanzierungsstruktur integriert werden. Es kann auch sein, dass im Kaufpreis eine Mindestliquidität mit „verkauft“ wird und als ausreichend für die Fortführung vom Käufer empfunden wird.

10 Tipps: Finanzierungslücke schließen beim Firmenkauf ohne Eigenkapital

1. Verkäuferdarlehen

Wenn Sie ein Unternehmen kaufen möchten, kann ein Verkäuferdarlehen eine gute Option für Sie sein. Bei einem Verkäuferdarlehen stellt Ihnen der Verkäufer des Unternehmens einen Teil des Kaufpreises als Darlehen zur Verfügung. Dies kann dazu beitragen, eine eventuelle Finanzierungslücke zu schließen. Allerdings trägt der Verkäufer auch das Ausfallrisiko und hat im Falle einer wirtschaftlichen Schieflage des Käufers in der Zukunft für gewöhnlich eine geringere Priorität als Banken.

Ein Verkäuferdarlehen ist zudem ein wichtiger Vertrauensbeweis für externe Finanzierungspartner. Wenn der Verkäufer bereit ist, ein Darlehen zu gewähren, zeigt dies, dass er an die Fähigkeit des Käufers glaubt, das Unternehmen erfolgreich weiterzuführen.

2. Förderung

Je nach Bundesland gibt es interessante und teilweise erhebliche Fördermittel oder unterstützende Maßnahmen durch die Landesbanken oder auch die Wirtschaftsförderung.

KfW Bank

Die KfW ist eine spezielle Förderbank des Bundes, die viele Programme bietet, um Personen bei der Existenzgründung zu unterstützen. Die KfW Bank zeichnet sich durch gute Konditionen und niedrige Zinsen aus. Die Kooperation findet in der Regel immer mit der finanzierenden Hausbank oder Sparkasse statt.

Für eine Firmenübernahme gibt es unter anderem das ERP Startgeld.

Mit dem ERP Startgeld kann man eine Förderung bis zu 125.000 Euro erhalten. Es ist kein Eigenkapital erforderlich und das Risiko ist gering. Die KfW Bank übernimmt 80 Prozent des Kreditrisikos.

Deutsche Förderdatenbank

Die Deutsche Förderdatenbank ist eine Einrichtung des Bundes. Sie gibt aber auch Einblick über die Förderungsmöglichkeiten der einzelnen Länder und der gesamten Europäischen Union. Da sich die Programme fortlaufend ändern, lohnt es sich dort ausführlich zu prüfen oder einen Fördermittelberater einzuschalten.

Bürgschaftsbanken

Jedes Bundesland besitzt eine eigene Bürgschaftsbank. Bürgschaftsbanken sind darauf ausgelegt, Existenzgründer zu unterstützen. Sie helfen bei Kredit- oder Beteiligungsfinanzierungen.

Sie geben staatliche Bürgschaften, die bei der Hausbank als Sicherheit vorgelegt werden können.  Dadurch ist es leichter, einen Kredit zu erhalten.

Durch mittelständische Beteiligungsgesellschaften kann die Eigenkapitalquote erhöht werden. Dies geschieht meistens durch typische stille Beteiligungen. Die Bilanz wird dadurch verbessert und die Liquidität erhöht.

Die mittelständischen Beteiligungsgesellschaften arbeiten nicht ausdrücklich renditeorientiert.

3. Nur mit soliden Zukunftsaussichten kann gepunktet werden

Wenn Sie ein Unternehmen übernehmen wollen, kommt es nicht nur auf die Finanzierung an. Entscheidend ist ebenfalls, dass das gewünschte Unternehmen eine Zukunft hat. Diese Voraussetzung kann im Einzelfall auch erfüllt werden, wenn ein Unternehmen wirtschaftlich angeschlagen ist. Dann sind für die Finanzierung meistens engere Rahmenbedingungen zu akzeptieren, denn jeder Geldgeber will nachhaltig überzeugt sein, dass eine Firma in Schieflage perspektivisch wieder stabil Erträge erwirtschaften wird.

Entscheidend ist, dass für das Produkt/die Dienstleistung des Unternehmens in Zukunft eine Nachfrage besteht. Das muss bewiesen werden. Außerdem sollte der Käufer über das entsprechende Fachwissen auf dem Gebiet des Unternehmens verfügen. Mitarbeiter in Schlüsselpositionen sind in die Findung einer wirtschaftlichen Perspektive einzubeziehen. Nur dann ist es möglich, das Unternehmen so zu führen und ggf. zu modernisieren, dass es langfristig am Markt bestehen kann.

4. Fließende Unternehmensübergabe

Wenn ein Unternehmen abrupt übertragen wird, kann dies „interne“ und „externe“ Schwierigkeiten verursachen. Denn in diesem Fall zieht sich der Unternehmer kurzfristig nach dem Verkauf zurück und der neue Eigentümer übernimmt von einem Moment auf den anderen die Verantwortung für das Unternehmen. Das bedeutet, dass es keine Einarbeitungszeit gibt. Besonders für Mitarbeiter kann dies befremdlich wirken und eine Wechselbereitschaft oder sogar Kündigungsbereitschaft erhöhen. Ebenso könnten Banken, Lieferanten und auch Kunden sensibel diesen schnellen Wechsel als Verunsicherung der alten Beziehung wahrnehmen.

Deshalb sollte die Übergabe eines Unternehmens möglichst reibungslos und gemeinsam mit dem Verkäufer erfolgen. Alternativ kann ein Anteilsverkauf eine langsame Übergabe absichern und beide Seiten, Käufer und Verkäufer, länger gemeinsam in der Verantwortung belassen. Eine reibungslose Übergabe sichert das Fortbestehen des Unternehmens und damit auch das Investment des Käufers.

5. Unternehmenswert prüfen

Bei einem Unternehmensverkauf ist der Preis ein wichtiger Faktor. Dieser muss zunächst ermittelt werden. Das Problem ist häufig, dass der Wert des Unternehmens für den Eigentümer gefühlt häufig höher ist als der tatsächliche Preis, den ein Käufer bereit ist, zu zahlen. Subjektive Einflussfaktoren bilden eine sogenannte „Herzblutrendite“, die den möglichen Wert des Lebenswerkes höher erscheinen lässt, als es nüchterne Faktoren dann aus Sicht fremder Käufer belastbar abbilden. Der Verkaufspreis hat somit einen hohen emotionalen und sehr subjektiven Wert für den Verkäufer.

Diesen emotionale Wert hat der neue Käufer natürlich nicht und möchte ihn auch nicht bezahlen. Deswegen muss der Marktpreis für das Unternehmen errechnet werden. Dafür gibt es mehrere Verfahren.

Die zwei gängigsten Verfahren dafür sind das Ertragswert-Verfahren nach IDWS1 und eine grobe Einschätzung durch das Multiple-Verfahren.

Beim Ertragswertverfahren werden die Prognosen des Unternehmens in die Berechnung einbezogen. Um einen möglichst objektivierten Wert zu erhalten, müssen viele Faktoren in der Detailbetrachtung berücksichtigt werden. Wir empfehlen daher für einen ersten und schnellen Überblick, unseren Online-Rechner. Dieser basiert auf den Multiples (Multiplikatoren realer Transaktionen) und nimmt zugleich eine sehr grobe Einstufung der Branchen vor. Das vereinfachte, steuerliche Bewertungsverfahren, errechnet dagegen utopische Werte und ist von den Marktverfahren zu unterscheiden. Eine erfahrene Unternehmensberatung hilft, den Wert eines Unternehmens solide zu ermitteln und zugleich auch verständlich zu machen.

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6. Freunde und Familie

Schwierig kann es werden, wenn man das Unternehmen an Freunde und Familie übergeben möchte. Natürlich hat dies auch Vorteile. Der Unternehmer weiß, wem er sein Unternehmen anvertraut und kann davon ausgehen, dass es in guten Händen ist. Allerdings kann dies bei der Preisfindung zu Problemen führen. Freunde und Familie erwarten ggf. das Geschäft besonders günstig übernehmen zu können oder sogar Anteile geschenkt zu bekommen. Das hängt von sehr individuellen Fragen und Möglichkeiten ab und kann an dieser Stelle daher nicht in der Tiefe beleuchtet werden.

Auch wenn die Firma an einen externen Käufer verkauft werden soll und Freunde und Familie dort angestellt sind, kann es schwierig werden. Denn diese erwarten eventuell, dass sie in die Verkaufsentscheidung einbezogen werden. Je nachdem, kann es auch für den Käufer schwierig werden, das Unternehmen fortzuführen, wenn Freunde und Familie des ursprünglichen Besitzers angestellt sind. Sie haben oft einen emotionalen Bezug zu der Firma und möchten ungern bestehende Strukturen verändern.

Positiv: Freunde und Familie haben in der Regel Interesse am Fortbestand des Unternehmens und werden den neuen Eigentümer dementsprechend unterstützen. Gleichwohl müssen sich beiden Seiten sachlich fragen, ob innerhalb der Familie die fachlichen Eignungen für eine Übernahme vorhanden sind oder erlernt werden können.

Hierbei hilft im Sinne der persönlichen Eignung ein modernes Online-Assessment. Dort kann Unternehmertum reflektiert und für zukünftige Übernehmer analysiert werden: https://www.mein-unternehmercheck.com/

7. Businessplan und Prognosen zur Fortführung des Unternehmens

Der Käufer des Unternehmens sollte sich selbst einen umfangreichen Business-Plan für seine eigene Zukunft erstellen. Spätestens bei Gesprächen mit Geldgebern ist er die Basis für die mögliche Kaufpreisfinanzierung. Ein Business-Plan kann ideal mit der Due-Diligence Prüfung kombiniert werden. Denn in der Kaufprüfung erhält der zukünftige Übernehmer alle Feindaten zum Unternehmen und kann daraus belastbare Planungen ableiten. Denn ein Business-Plan zeigt auf, wie das Unternehmen aktuell aufgestellt ist und wie es sich entwickeln wird, wenn gewisse Faktoren zutreffen.

Möchte ein Käufer Fördergelder beantragen, verlangen die entsprechenden Stellen grundsätzlich einen Business-Plan.

8. Erfahrungsbericht

9. Business Angel als Mit-Investor an Bord holen

Ein Business Angel (Unternehmensengel) ist eine Person, die zugleich Berater und privater Investor sein kann. Oft sind diese Persönlichkeiten „Business Angel“ ehemalige Unternehmer oder Manager. Ihr Ziel ist es, neue Unternehmer mit ihrer Erfahrung und ihren Finanzmitteln zu unterstützen.

Ein Business Angel ist in der Regel bereit als Investor erfahren und kann ein unternehmerisches Risiko gut einschätzen. Regionale Kreise der Business-Angel bieten Foren zum Kennenlernen und daraus können sich dann für beide Seiten ertragreiche Verbindungen ergeben. Manchmal kann auch die Begleitung und Beratung durch einen Business-Angel über eine Beteiligung an der zu kaufenden Unternehmung honoriert werden.

10. Stille Beteiligung

Durch eine stille Beteiligung kann ein Unternehmen erweitert sein Eigenkapital aufstocken. Die Rahmenbedingungen einer stillen Beteiligung sind im Handelsgesetzbuch in den §§230 ff. geregelt.

Die stille Beteiligung ist nach außen hin nicht ersichtlich. Bei einer typisch stillen Gesellschaft wird die Einlage im Fremdkapital ausgewiesen, bei einer atypisch stillen Gesellschaft als Eigenkapital.

Fazit: Geht es ganz ohne oder nicht?

Eine Firmenübernahme ganz ohne Eigenkapital ist grundsätzlich möglich, aber schwierig. Dazu bedarf es einer enormen Überzeugungskraft des Käufers gegenüber den möglichen Geldgebern und auch das Geschäftsmodell selbst muss eine stabile Refinanzierung abbilden können. Wenn dann noch über die KFW und Finanzkonstrukte des jeweiligen Bundeslandes, ergänzt mit einem Verkäuferdarlehen, alle Beteiligten von der Zukunft überzeugt sind, mag dies im Einzelfall gelingen.

Einen Kredit für einen Unternehmenskauf kann man für gewöhnlich nur mit einer gewissen Eigenkapitalquote aufnehmen. Auch die Förderstellen verlangen ein bestimmtes Eigenkapital.

Bei kleinen Unternehmen werden für gewöhnlich 10 – 30 Prozent Eigenkapital vorausgesetzt. Bei größeren Unternehmen verringert sich der prozentuale Anteil. Ein guter Business-Plan kann ebenfalls dabei helfen, Fremdkapital aufzunehmen. Am besten geeignet ist ein Finanzierungsmix aus Eigenkapital, Fördergeldern und Fremdkapital.

FAQ

Worauf kommt es bei einer Firmenübernahme an?

Wichtig ist, dass man entsprechende Kenntnisse und Fähigkeiten zur Branche mitbringt. Außerdem sollte ein ausführlicher Business-Plan erstellt werden, damit das Unternehmen planbar wird und Finanzgeber eine Sicherheit vermittelt bekommen.

Welche Förderungen gibt es?

Der Staat hat viele Fördermöglichkeiten vorgesehen. Darunter auch die KfW Bank. Über die Homepage kann man genau herausfinden, welche Förderung die passende ist.

Kann man eine Förderung ohne Eigenkapital erhalten?

Das ist eher unwahrscheinlich. Viele Förderprogramme verlangen eine gewisse Eigenkapitalquote. Daher ist es auf jeden Fall sinnvoll, sich vorher ein gewisses Eigenkapital zu beschaffen.

Welche Bank gibt einen Kredit für eine Firmenübernahme?

Einen Kredit erhält man von fast allen Banken und Sparkassen. Jedoch hat jede Bank eigenen Voraussetzungen und Konditionen. Diese sollten gründlich miteinander verglichen werden.