Erfahrungen von Nachfolgerinnen in der Unternehmensnachfolge | KERN

Erfah­run­gen von Nachfol­ge­rin­nen in der Unter­neh­mens­nach­fol­ge

Die Unter­neh­mens­nach­fol­ge durch Unter­neh­me­rin­nen stand im Mittel­punkt unserer dreitei­li­gen Workshop-Serie. Wir sprachen mit Petra Fischer, Exper­tin für Unter­neh­mens­nach­fol­ge am Stand­ort Köln über ihre Erfah­run­gen und Resul­ta­te anläss­lich ihres Workshops „FRAU.KAUFT.UNTERNEHMEN“ in Köln.

Welche Learnings das sind und was Petra Fischer Unter­neh­me­rin­nen rät lesen Sie hier:

Unter­neh­mens­nach­fol­ge als echte Karrie­re- und Lebens­op­ti­on

Ihr Workshop befass­te sich mit den Learnings von Nachfol­ge­rin­nen. Dabei richte­te er sich an alle Frauen und Töchter, die Unter­neh­mens­nach­fol­ge als echte Karrie­re- und Lebens­op­ti­on ansehen. Zudem bot er ihnen den Austausch mit Gleich­ge­sinn­ten. Wie hat sich denn Ihr Teilneh­me­rin­nen­kreis zusam­men­ge­setzt?

Die Teilneh­me­rin­nen kamen aus den unter­schied­lichs­ten Berei­chen: Zunächst Interim Manage­rin­nen und Führungs­kräf­te, die sich auf den Weg in die Selbstän­dig­keit gemacht haben und Unter­neh­me­rin­nen, die durch einen strate­gi­schen Zukauf wachsen wollten. Dazu kamen eine Bank-Berate­rin aus dem Priva­te Banking, eine Berate­rin zur betrieb­li­chen Alters­vor­sor­ge, sowie ein Coach. Also allesamt eine bunte Mischung, die aufgrund der Vielzahl unter­schied­li­cher, beruf­li­cher Erfah­run­gen hervor­ra­gen­de Gelegen­hei­ten zum „Blick über den Teller­rand“ boten.

Zu meinen wichtigs­ten Learnings aus diesem Workshop zählen:

1. Das Inter­es­se am Knowhow zum Unter­neh­mens­kauf steigt weiter an

Die Teilneh­me­rin­nen waren zielge­rich­tet und sind sehr inter­es­siert in den Workshop gegan­gen. Schnell kristal­li­sier­te sich ein Schwer­punkt aus der umfang­rei­chen Agenda heraus: die holis­ti­sche Betrach­tung des Unter­neh­mens­kau­fes. Aber auch der allge­mei­ne Ablauf, mögli­che Stolper­stei­ne, die Unter­neh­mens­be­wer­tung sowie die Finan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten, vor allem bei Teilkäu­fen oder der Hinzu­zie­hung von Kapital für die Wachs­tums­stra­te­gie, waren sehr gefrag­te Infor­ma­tio­nen.

2. Frauen lernen und profi­tie­ren mitein­an­der - das zahlt auf Effek­ti­vi­tät ein

Allein das Thema Unter­neh­mens­kauf für sich bietet schon reich­lich Stoff für eine mehrtä­gi­ge Workshop-Serie. Auf der einen Seite beleuch­te­ten wir die emotio­na­len und inter­nen Fakto­ren beim Unter­neh­mens­kauf und auf der Anderen die hard facts. Der Workshop bot einen offenen Austausch sowohl bei den persön­li­chen Motiven als auch bei den Erläu­te­run­gen zum Kaufpro­zess seitens der Teilneh­me­rin­nen. Daraus ergab sich eine sehr gelun­ge­ne und ergeb­nis­rei­che Veran­stal­tung. Es bewahr­hei­tet sich immer wieder: Frauen tauschen sich gerne aus und möchten vonein­an­der profi­tie­ren und lernen. Sie haben eher ein gerin­ges Wettbe­werbs­ver­hal­ten, dafür aber einen höheren Willen zur Kolla­bo­ra­ti­on. Wir waren eine bunte Mischung. Dadurch war für alle etwas dabei und jeder konnte von den verschie­de­nen Perspek­ti­ven auf das Thema profi­tie­ren - Networ­king inklu­si­ve. Dementspre­chend konnten einige Learnings von Nachfol­ge­rin­nen ausge­tauscht werden. So ist es nicht verwun­der­lich, das die ersten Teilneh­me­rin­nen schon eine weite­ren Workshop mit dem Thema: „Vom Unter­neh­mens­wert zum Kaufpreis“ anreg­ten.

Meine Empfeh­lun­gen für Nachfol­ge­rin­nen

Erstens: Klären Sie umfas­send und ehrlich die Frage nach ihrem persön­li­chen „Warum?“.

Ein Unter­neh­mens­kauf ist nicht das Ziel, sondern Mittel zum Zweck. Ihre Motiva­ti­on muss deshalb groß genug sein um mögli­chen Proble­men jeder­zeit souve­rän begeg­nen zu können. Es gibt vielfäl­ti­ge Gründe für einen Unter­neh­mens­kauf: monetä­re, der Wunsch eigen­stän­dig, kreativ selber etwas gestal­ten zu können, unabhän­gig von überge­ord­ne­ten Hierar­chien agieren zu können. Oder ist es Ihr Traum von einem eigenen Lebens­werk? Die Antwort auf ihr indivi­du­el­les „Warum“ muss stark genug sein, um Sie von der Idee „Unter­neh­mens­kauf“ über den Prozess bis zur vollstän­di­gen Umset­zung und weit darüber hinaus zu motivie­ren und Wider­stän­den zu trotzen.

Zweitens: Schaf­fen Sie Klarheit inner­halb Ihrer Familie - Wie steht sie zu Ihrem Vorha­ben?

Gesetzt der Fall es gibt eine Familie - Unter­stützt sie Ihre Pläne, wie steht sie zu den damit verbun­de­nen Chancen und Risiken? Welche Sicher­hei­ten müssen Sie geben? Wie kann im Falle eines Schei­terns das Privat­ver­mö­gen für Ihre Familie bewahrt werden? Sind Sie die Allein­ver­die­ne­rin und ist Ihre Familie auf Ihr regel­mä­ßi­ges Einkom­men angewie­sen? Sie müssen womög­lich zeitli­che Einschrän­kun­gen im Zusam­men­le­ben mit Ihrer Familie, zumin­dest vorüber­ge­hend, in Kauf nehmen. Sind Sie selbst dazu bereit?

Drittens: Machen Sie eine Aufstel­lung Ihrer Finan­zen und Eigen­mit­tel.

Wieviel Eigen­ka­pi­tal können Sie in das Projekt mit einbrin­gen? Bevor Sie überhaupt ein Unter­neh­men kaufen, haben Sie schon Kosten – wie z.B. durch Steuer­be­ra­ter, M&A Berater, Finan­zie­rungs­be­ra­ter, etc. Selbst wenn es anfäng­lich nur Zeit ist, die Sie inves­tie­ren müssen, verur­sacht diese auch Oppor­tu­ni­täts­kos­ten. Bei der Kaufpreis­fi­nan­zie­rung müssen Sie Eigen­ka­pi­tal vorwei­sen. Und hier gilt die Faust­re­gel: Je höher der Anteil am Gesamt­preis desto höher ist auch die Bereit­schaft der Bank Ihnen eine Finan­zie­rung zu gewäh­ren.

Das sind nur drei wichti­ge Empfeh­lun­gen für die Vorbe­rei­tung eines erfolg­rei­chen Unter­neh­mens­kau­fes. All diese Überle­gun­gen sollte man sich vorab durch den Kopf gehen lassen. Unabhän­gig davon empfeh­len wir von KERN – Die Nachfolge­spezialisten einen Trans­ak­ti­ons- und Branchen­er­fah­re­nen exter­nen Berater in Ihren Übernah­me­pro­zess mit einzu­be­zie­hen. Allein schon, um kostspie­li­ge Fehler zu vermei­den. Das haben auch die Learnings von Nachfol­ge­rin­nen gezeigt.

Wie Sie Risiken beim Unter­neh­mens­kauf vermei­den können, erfah­ren Sie in unserem kosten­lo­sen Webinar zum Unter­neh­mens­kauf ohne Risiko. Sichern Sie sich jetzt Ihren Platz!

Tipps zum Weiter­le­sen:

Unter­neh­mens­nach­fol­ge ist weiblich

Wertvol­le Erfah­run­gen von Unter­neh­me­rin­nen im Nachfol­ge­pro­zess nutzen

KERN Unter­neh­mens­nach­fol­ge Hamburg Nicole Kalon­da

KERN fördert Unter­neh­mens­nach­fol­ge durch Frauen

Integra­ti­ons­ma­nage­ment - der Schlüs­sel zum Erfolg

Inter­view: Die inner­fa­mi­liä­re Unter­neh­mens­nach­fol­ge gut vorbe­rei­ten


Wie verlief der Workshop zu den Erfah­run­gen von Nachfol­ge­rin­nen?

Beim Workshop kamen Frauen aus unter­schied­lichs­ten Kontex­ten zusam­men. Dadurch konnten Sie ihre vielfäl­ti­gen Perspek­ti­ven auf verschie­de­ne Punkte der Unter­neh­mens­nachch­fol­ge austau­schen. Als Schwer­punkt ergab sich hierbei die holis­ti­sche Betrach­tung des Unter­neh­mens­kaufs.

Wie verhält sich die weibli­che Unter­neh­mens­nach­fol­ge?

Der Workshop zeigt: Frauen inter­es­sie­ren sich immer mehr für Know-how zum Unter­neh­mens­kauf. Die Inter­es­sen­tin­nen haben verschie­dens­te Hinter­grün­de. Zudem lernen sie von- und mitein­an­der. Dadurch erhöhen sie ihre eigene Effek­ti­vi­tät.

Was sollten Frauen in der Nachfol­ge beach­ten?

1. Sie sollten ihr Warum klären. Nur so können sie Hinder­nis­se im Nachfol­ge­pro­zess überwin­den.
2. Die Rücken­de­ckung der Familie für das Projekt Unter­neh­mens­nach­fol­ge einho­len. Hier spielen neben dem Zeitauf­wand beson­ders auch finan­zi­el­le Aspek­te eine Rolle. Schließ­lich sollte die Familie nicht ausschließ­lich von der Nachfol­ge abhän­gig sein. 3. Aufstel­lung der Finan­zen und Eigen­mit­tel. Schon vor dem Unter­neh­mens­kauf fallen Kosten an. Und: Je höher der Anteil an Eigen­ka­pi­tal, desto höher die Chancen auf eine Finan­zie­rung.