EinleiÂtung
Das angemesÂseÂne GeschäftsÂfĂĽhÂrerÂgeÂhalt zu berechÂnen ist nicht triviÂal und kann steuerÂliÂche KonseÂquenÂzen nach sich ziehen. Eine gut strukÂtuÂrierÂte VergĂĽÂtung balanÂciert die InterÂesÂsen des UnterÂnehÂmens mit denen des GeschäftsÂfĂĽhÂrers und schĂĽtzt gleichÂzeiÂtig vor steuerÂliÂchen Risiken. Dieser LeitfaÂden bietet einen umfasÂsenÂden Ăśberblick ĂĽber die rechtÂliÂchen, steuerÂliÂchen und praktiÂschen AspekÂte bei der GestalÂtung des GeschäftsÂfĂĽhÂrerÂgeÂhalts – von den grundÂleÂgenÂden VergĂĽÂtungsÂkomÂpoÂnenÂten ĂĽber die AngemesÂsenÂheitsÂprĂĽÂfung bis hin zur optimaÂlen vertragÂliÂchen GestalÂtung. BesonÂdeÂres AugenÂmerk liegt dabei auf der VermeiÂdung einer verdeckÂten GewinnÂausÂschĂĽtÂtung (vGA) und den BesonÂderÂheiÂten fĂĽr Gesellschafter-GeschäftsfĂĽhrer.
InhaltsÂverÂzeichÂnis
- Das WichtigsÂte in KĂĽrze
- GrundÂlaÂgen: Warum ist die angemesÂseÂne FestleÂgung des GeschäftsÂfĂĽhÂrerÂgeÂhalts entscheidend?
- ZustänÂdigÂkeiÂten und Rechtsformen
- Die BedeuÂtung der Angemessenheit
- Die BausteiÂne eines GeschäftsÂfĂĽhÂrerÂgeÂhalts: Fixum, TantieÂme & Co.
- SonderÂfall: GehaltsÂerÂhöÂhung fĂĽr Gesellschafter-GeschäftsfĂĽhrer
- AnleiÂtung: GeschäftsÂfĂĽhÂrerÂgeÂhalt berechÂnen und optimieren
- SteuerÂliÂche FallstriÂcke: vGA und ihre Folgen vermeiden
- WichtiÂge rechtÂliÂche AspekÂte und der AnstelÂlungsÂverÂtrag fĂĽr GeschäftsfĂĽhrer
- Fazit
- FAQ
Das WichtigsÂte in KĂĽrze
- AngemesÂsenÂheit ist entscheiÂdend: Ein angemesÂseÂnes GeschäftsÂfĂĽhÂrerÂgeÂhalt minimiert steuerÂliÂche Risiken, besonÂders die Gefahr einer verdeckÂten GewinnÂausÂschĂĽtÂtung (vGA).
- ZusamÂmenÂsetÂzung der VergĂĽÂtung: Das ideale GeschäftsÂfĂĽhÂrerÂgeÂhalt besteht aus einem FixgeÂhalt (ca. 75%), variaÂblen KompoÂnenÂten (ca. 25%) und ggf. SachbeÂzĂĽÂgen wie FirmenÂwaÂgen oder betriebÂliÂcher Altersversorgung.
- FremdÂverÂgleich ist maĂźgebÂlich: Die VergĂĽÂtung sollte sowohl interÂnen als auch exterÂnen VergleichsÂwerÂten standÂhalÂten. Branche, UnterÂnehÂmensÂgröÂĂźe, Umsatz und regioÂnaÂle FaktoÂren sind dabei entscheidend.
- Klarer AnstelÂlungsÂverÂtrag als Schutz: Ein detailÂlierÂter, schriftÂliÂcher AnstelÂlungsÂverÂtrag mit präziÂsen RegelunÂgen zu allen VergĂĽÂtungsÂbeÂstandÂteiÂlen ist das wichtigsÂte InstruÂment zur VermeiÂdung steuerÂliÂcher Risiken.
- UnterÂschieÂde bei GesellÂschafÂter-GeschäftsÂfĂĽhÂrern: Bei beherrÂschenÂden GesellÂschafÂter-GeschäftsÂfĂĽhÂrern prĂĽfen FinanzÂbeÂhörÂden besonÂders streng – hier sind lĂĽckenÂloÂse DokumenÂtaÂtiÂon und nachvollÂziehÂbaÂre BegrĂĽnÂdunÂgen unerlässlich.
- SozialÂverÂsiÂcheÂrungsÂstaÂtus beachÂten: Der Status als beherrÂschenÂder oder nicht-beherrÂschenÂder GeschäftsÂfĂĽhÂrer hat erhebÂliÂche AuswirÂkunÂgen auf die SozialÂverÂsiÂcheÂrungsÂpflicht und sollte im Vertrag klar geregelt sein.

GrundÂlaÂgen: Warum ist die angemesÂseÂne FestleÂgung des GeschäftsÂfĂĽhÂrerÂgeÂhalts entscheidend?
Die passenÂde BemesÂsung des GeschäftsÂfĂĽhÂrerÂgeÂhalts ist entscheiÂdend, um steuerÂliÂche Risiken zu minimieÂren und die finanÂziÂelÂle StabiÂliÂtät der GmbH langfrisÂtig zu sichern. Dabei geht es nicht nur um die VermeiÂdung von ProbleÂmen wie einer verdeckÂten GewinnÂausÂschĂĽtÂtung (vGA), sondern auch um die transÂpaÂrenÂte AusgeÂstalÂtung der VergĂĽÂtung so, dass sie einem FremdÂverÂgleich standÂhält. FĂĽr Unternehmer:innen und GeschäftsfĂĽhrer:innen ist es unabdingÂbar, dass das Gehalt in einem angemesÂseÂnen Rahmen angesieÂdelt ist – sowohl aus interÂner als auch exterÂner Perspektive.
ZustänÂdigÂkeiÂten und Rechtsformen
GrundÂsätzÂlich wird das GeschäftsÂfĂĽhÂrerÂgeÂhalt von der GesellÂschafÂter VersammÂlung festgeÂlegt, die somit eine zentraÂle Rolle bei der EntscheiÂdung einnimmt. BesonÂdeÂrer AugenÂmerk liegt dabei auf den UnterÂschieÂden zwischen GesellÂschafÂter-GeschäftsÂfĂĽhÂrern und FremdÂgeÂschäftsÂfĂĽhÂrern. Zudem darf nicht vergesÂsen werden, dass es fĂĽr das FinanzÂamt relevant ist, den UnterÂschied zwischen angestellÂten und selbstÂstänÂdiÂgen GmbH-GeschäftsÂfĂĽhÂrern klar abzugrenÂzen. Eine genaue Regelung der ZustänÂdigÂkeiÂten in einer GeschäftsÂfĂĽhÂrerÂordÂnung hilft dabei, etwaige KonflikÂte und MissverÂständÂnisÂse zu vermeiden.
Die BedeuÂtung der Angemessenheit
Ein wesentÂliÂcher BestandÂteil der GehaltsÂbeÂstimÂmung ist die Frage, was als angemesÂseÂnes GeschäftsÂfĂĽhÂrer-Gehalt zu versteÂhen ist. Hierbei spielt die AngemesÂsenÂheit durch interÂnen und exterÂnen FremdÂverÂgleich eine zentraÂle Rolle: Im interÂnen Vergleich sollten GehälÂter anderer FĂĽhrungsÂkräfÂte und MitarÂbeiÂter berĂĽckÂsichÂtigt werden, während exterÂne GehaltsÂverÂgleiÂche, beispielsÂweiÂse von OFD KarlsÂruÂhe (OberfiÂnanzÂdiÂrekÂtiÂon Karlsruhe)Tabellen, als RichtÂwerÂte dienen können.

Wird dieser MaĂźstab nicht eingeÂhalÂten, kann dies zu erhebÂliÂchen KonseÂquenÂzen fĂĽhren – insbeÂsonÂdeÂre wird der ĂĽberhöhÂte Anteil als verdeckÂte GewinnÂausÂschĂĽtÂtung gewerÂtet, was weitreiÂchenÂde steuerÂliÂche AuswirÂkunÂgen haben kann.
Gerade bei der BewerÂtung eines UnterÂnehÂmens, insbeÂsonÂdeÂre im Rahmen der UnternehmensÂnachfolge, ist die korrekÂte FestleÂgung des GeschäftsÂfĂĽhÂrerÂgeÂhalts von hoher Relevanz.

Die BausteiÂne eines GeschäftsÂfĂĽhÂrerÂgeÂhalts: Fixum, TantieÂme & Co.
Das GeschäftsÂfĂĽhÂrerÂgeÂhalt besteht aus mehreÂren KompoÂnenÂten, die im AnstelÂlungsÂverÂtrag durch klare VereinÂbaÂrunÂgen geregelt sein mĂĽssen, um die InterÂesÂsen beider Seiten – der GesellÂschaft und des GeschäftsÂfĂĽhÂrers – auszubalancieren.
FixgeÂhalt als Basis
Das FixgeÂhalt bildet die GrundÂlaÂge der VergĂĽÂtung. Es wird in Form von Monats- oder JahresÂgeÂhälÂtern ausgeÂzahlt und beinhalÂtet häufig auch zusätzÂliÂche BestandÂteiÂle wie Urlaubs- und WeihnachtsÂgeld. Eine klare VereinÂbaÂrung im GeschäftsÂfĂĽhÂrerÂverÂtrag sichert hier beide ParteiÂen ab und mindert das Risiko späteÂrer steuerÂliÂcher Auseinandersetzungen.
VariaÂble VergĂĽÂtung: TantieÂmen und Boni
VariaÂble BestandÂteiÂle wie TantieÂmen und Boni sind ĂĽblicherÂweiÂse an den Gewinn und Erfolg des UnterÂnehÂmens geknĂĽpft. Eine TantieÂme wird in der Regel gewinÂnÂabÂhänÂgig ausgeÂstalÂtet, während Boni oft zieloriÂenÂtiert vereinÂbart werden. Die sogenannÂte 75/25-Regel – bei der 75% des Gehalts fix und 25% variaÂbel sind – dient häufig als OrienÂtieÂrung, um steuerÂliÂche Risiken zu minimieÂren. Wichtig ist hierbei, dass sich die TandieÂmen und Boni an messbaÂren KriteÂriÂen und definiert erreichÂbaÂren Zielen orienÂtieÂren um UnstimÂmingÂkeiÂten und daraus resulÂtieÂrenÂde DemotiÂvaÂtiÂon zu vermeiden.
SachbeÂzĂĽÂge und geldwerÂte Vorteile
Neben Fix- und variaÂblen KompoÂnenÂten kommen SachbeÂzĂĽÂge wie FirmenÂwaÂgen, betriebÂliÂche AltersÂverÂsorÂgung (bAV) oder ZuschĂĽsÂse zur KrankenÂverÂsiÂcheÂrung hinzu. BeispielsÂweiÂse wird der FirmenÂwaÂgen häufig mittels der 1%-Regel bewerÂtet. Diese zusätzÂliÂchen LeistunÂgen können sowohl steuerÂliÂche VorteiÂle bieten als auch einen Vorteil bei der MitarÂbeiÂterÂbinÂdung darstellen.
Ein weiteÂrer Punkt ist, die SozialÂverÂsiÂcheÂrung beim GeschäftsÂfĂĽhÂrerÂgeÂhalt zu regeln – während bei einem beherrÂschenÂden GesellÂschafÂter oft SV-BeiträÂge nicht anfalÂlen, mĂĽssen FremdÂgeÂschäftsÂfĂĽhÂrer entspreÂchend sozialÂverÂsiÂcheÂrungsÂpflichÂtig behanÂdelt werden, was auch die RentenÂverÂsiÂcheÂrung und PflegeÂverÂsiÂcheÂrung betrifft.
SonderÂfall: GehaltsÂerÂhöÂhung fĂĽr Gesellschafter-GeschäftsfĂĽhrer
FĂĽr GesellÂschafÂter-GeschäftsÂfĂĽhÂrer ist es wichtig, dass GehaltsÂerÂhöÂhunÂgen stets nachvollÂziehÂbar und anhand betriebÂliÂcher GrĂĽnde gerechtÂferÂtigt sind. Die Höhe muss angemesÂsen sein. SprungÂhafÂte ErhöhunÂgen ohne klare DokumenÂtaÂtiÂon können zu steuerÂliÂchen ProbleÂmen und dem Verdacht auf verdeckÂte GewinnÂausÂschĂĽtÂtung fĂĽhren. Eine lĂĽckenÂloÂse DokumenÂtaÂtiÂon und eine transÂpaÂrenÂte zeitliÂche AbstuÂfung der GehaltsÂzahÂlung sind daher unerlässlich.
AnleiÂtung: GeschäftsÂfĂĽhÂrerÂgeÂhalt berechÂnen und optimieren
Die FestleÂgung des GeschäftsÂfĂĽhÂrerÂgeÂhalts erforÂdert eine detailÂlierÂte AnalyÂse interÂner sowie exterÂner VergleichsÂwerÂte und die BeachÂtung relevanÂter steuerÂliÂcher Vorgaben.
Schritt 1: InterÂne und exterÂne VergleichsÂwerÂte ermitteln
Zunächst sollten GehälÂter anderer FĂĽhrungsÂkräfÂte im UnterÂnehÂmen heranÂgeÂzoÂgen werden. FĂĽr den exterÂnen GehaltsÂverÂgleich bieten sich RichtÂwerÂte der OberfiÂnanzÂdiÂrekÂtiÂon BW an. Dabei sind vor allem FaktoÂren wie Branche, UnterÂnehÂmensÂgröÂĂźe, Umsatz, MitarÂbeiÂterÂzahl und die regioÂnaÂle Lage zu berĂĽckÂsichÂtiÂgen. Ein Beispiel hierfĂĽr ist das typische Verdienst eines GeschäftsÂfĂĽhÂrers einer GmbH im MittelÂstand, welches häufig als BezugsÂgröÂĂźe verwenÂdet wird.
Schritt 2: KriteÂriÂen fĂĽr die AngemesÂsenÂheit detailÂliert prĂĽfen
Die BewerÂtung des GeschäftsÂfĂĽhÂrer-Gehalts basiert auf unterÂnehÂmensÂbeÂzoÂgeÂnen und persoÂnenÂbeÂzoÂgeÂnen KriteÂriÂen. Unter den unterÂnehÂmensÂbeÂzoÂgeÂnen AspekÂten zählen der Umfang der TätigÂkeit, die aktuelÂle ErtragsÂlaÂge und ZukunftsÂausÂsichÂten sowie die KapitalÂverÂzinÂsung von KapitalÂgeÂsellÂschafÂten. PersoÂnenÂbeÂzoÂgen spielen FaktoÂren wie AusbilÂdung, ErfahÂrung, VerantÂworÂtung in der GeschäftsÂfĂĽhÂrung und LeistungsÂfäÂhigÂkeit eine wesentÂliÂche Rolle. TradiÂtioÂnelÂle FaustÂreÂgeln wie das HalbteiÂlungsÂprinÂzip oder die KapitalÂverÂzinÂsung bieten eine erste OrienÂtieÂrung, stoĂźen jedoch bei speziÂelÂlen Fällen oft an ihre Grenzen.
Schritt 3: SteuerÂliÂche AspekÂte und SozialÂabÂgaÂben einbeziehen
Neben den GehaltsÂbeÂstandÂteiÂlen mĂĽssen auch steuerÂliÂche AspekÂte umfasÂsend beachÂtet werden. Dazu gehören die KörperÂschaftÂsteuÂer- und GewerÂbeÂsteuÂerÂimÂpliÂkaÂtioÂnen fĂĽr die GmbH sowie die EinkomÂmenÂsteuÂer des GeschäftsÂfĂĽhÂrers nach seiner SteuerÂklasÂse. Zudem kommt es auf den sozialÂverÂsiÂcheÂrungsÂrechtÂliÂchen Status an – ob beherrÂschend oder nicht, beeinÂflusst dies maĂźgebÂlich die Höhe der SozialÂabÂgaÂben. In diesem ZusamÂmenÂhang ist es ratsam, speziaÂliÂsierÂte GehaltsÂrechÂner oder einen Netto-Rechner zu nutzen, um eine erste OrienÂtieÂrung zu erhalÂten. Auch KinderÂfreiÂbeÂträÂge und der Jahres-FreibeÂtrag können die BerechÂnung beeinÂflusÂsen. GleichÂzeiÂtig sollten indiviÂduÂelÂle BesonÂderÂheiÂten stets beachÂtet und gegebeÂnenÂfalls mit einem SteuerÂbeÂraÂter besproÂchen werden.
SteuerÂliÂche FallstriÂcke: vGA und ihre Folgen vermeiden
Eine unangeÂmesÂseÂne VergĂĽÂtung kann erhebÂliÂche steuerÂliÂche Risiken nach sich ziehen. InsbeÂsonÂdeÂre die Gefahr einer verdeckÂten GewinnÂausÂschĂĽtÂtung (vGA) ist fĂĽr GmbHs und deren GesellÂschafÂter ein Thema von zentraÂler Bedeutung.
Was ist eine verdeckÂte GewinnÂausÂschĂĽtÂtung (vGA)?
Eine vGA liegt vor, wenn ein GesellÂschafÂter oder GeschäftsÂfĂĽhÂrer – bewusst oder unbewusst – ĂĽberhöhÂte VergĂĽÂtunÂgen bezieht, die nicht dem entspreÂchen, was ein exterÂner, vergleichÂbaÂrer GeschäftsÂfĂĽhÂrer erhalÂten wĂĽrde. Typische BeispieÂle sind ĂĽberhöhÂte FestgeÂhälÂter, unĂĽbliÂche TantieÂmen oder fehlenÂde vertragÂliÂche RegelunÂgen zu SachbeÂzĂĽÂgen. Neben solchen ĂśberzahÂlunÂgen kann auch die VergaÂbe zinsloÂser DarleÂhen als vGA gewerÂtet werden.
SteuerÂliÂche und rechtÂliÂche Konsequenzen
Wird eine vGA festgeÂstellt, fĂĽhrt dies zu erhebÂliÂchen steuerÂliÂchen NachteiÂlen fĂĽr die GmbH: So wird der zu versteuÂernÂde Gewinn erhöht, was zu NachzahÂlunÂgen bei der KörperÂschaftÂsteuÂer und GewerÂbeÂsteuÂer fĂĽhren kann. GleichÂzeiÂtig wird der als vGA gewerÂteÂte Teil des Gehalts nicht als BetriebsÂausÂgaÂbe anerkannt. FĂĽr den GesellÂschafÂter kann dies zu einer UmquaÂliÂfiÂzieÂrung der EinkĂĽnfÂte fĂĽhren, indem sie als KapitalÂeinÂkĂĽnfÂte versteuÂert werden mĂĽssen – oft verbunÂden mit einer DoppelÂbeÂsteueÂrung nach § 32a KStG.
Der AnstelÂlungsÂverÂtrag als SchlĂĽsseldokument
Ein klarer und schriftÂliÂcher AnstelÂlungsÂverÂtrag ist das wichtigsÂte Mittel, um einer vGA vorzuÂbeuÂgen. Alle VergĂĽÂtungsÂbeÂstandÂteiÂle – Fixum, variaÂble BestandÂteiÂle und SachbeÂzĂĽÂge – mĂĽssen eindeuÂtig und nachvollÂziehÂbar geregelt sein. Dies gilt insbeÂsonÂdeÂre fĂĽr beherrÂschenÂde GesellÂschafÂter-GeschäftsÂfĂĽhÂrer, bei denen das FinanzÂamt besonÂders streng prĂĽft.
SteuerÂopÂtiÂmaÂle Gestaltung
ExperÂten empfehÂlen, das GeschäftsÂfĂĽhÂrerÂgeÂhalt so aufzuÂteiÂlen, dass ein groĂźer Teil als GrundÂgeÂhalt genutzt wird, um die niedriÂgeÂren Steuern der GmbH auszuÂschöpÂfen. Das BruttoÂgeÂhalt sollte dabei sorgfälÂtig kalkuÂliert werden. GleichÂzeiÂtig kann der verbleiÂbenÂde Anteil innerÂhalb der GmbH thesauÂriÂert werden, um langfrisÂtiÂge UnterÂnehÂmensÂzieÂle zu unterÂstĂĽtÂzen. Eine weiteÂre Option ist die GewinnÂausÂschĂĽtÂtung an die GesellÂschafÂter, wobei hier andere steuerÂliÂche Regeln gelten als beim Gehalt.
WichtiÂge rechtÂliÂche AspekÂte und der AnstelÂlungsÂverÂtrag fĂĽr GeschäftsfĂĽhrer
Neben den steuerÂliÂchen AspekÂten spielt der zivilÂrechtÂliÂche Rahmen eine wesentÂliÂche Rolle, um das GeschäftsÂfĂĽhÂrerÂgeÂhalt rechtsÂsiÂcher zu gestalten.
GesetzÂliÂche GrundÂlaÂgen und Zuständigkeiten
Der AnstelÂlungsÂverÂtrag basiert auf den gesetzÂliÂchen RegelunÂgen des GmbHG sowie des HGB. InsbeÂsonÂdeÂre ist die GesellÂschafÂterÂverÂsammÂlung federÂfĂĽhÂrend bei der BestelÂlung des GeschäftsÂfĂĽhÂrers und dem Abschluss des VertraÂges. Ein wichtiÂger Verweis ist hier § 46 Nr. 5 GmbHG. DarĂĽber hinaus sind auch das SelbstÂkonÂtraÂhieÂrungsÂverÂbot gemäß § 181 BGB und mögliÂche AusnahÂmeÂreÂgeÂlunÂgen zu beachten.
KerninÂhalÂte eines wirksaÂmen GeschäftsfĂĽhrer-Anstellungsvertrags
Ein rechtsÂsiÂcheÂrer Vertrag sollte folgenÂde Punkte umfassen:
- VertragsÂparÂteiÂen sowie Beginn, Dauer und KĂĽndigungsfristen
- KonkreÂte DarstelÂlung der AufgaÂben, PflichÂten und Vertretungsbefugnisse
- DetailÂlierÂte RegelunÂgen zu den einzelÂnen GehaltsÂbeÂstandÂteiÂlen (Fixum, variaÂble KompoÂnenÂten, SachbezĂĽge)
- VereinÂbaÂrunÂgen zu UrlaubsÂanÂspruch, RegelunÂgen im KrankÂheitsÂfall, VerschwieÂgenÂheitsÂpflichÂten sowie WettbeÂwerbsÂverÂboÂte
Zur OrienÂtieÂrung bieten MusterÂverÂträÂge, wie beispielsÂweiÂse das GeschäftsÂfĂĽhÂrerÂverÂtragsÂmusÂter, wertvolÂle UnterstĂĽtzung.
BesonÂdeÂre AnforÂdeÂrunÂgen bei beherrÂschenÂden und nicht-beherrÂschenÂden GeschäftsfĂĽhrern
InsbeÂsonÂdeÂre bei beherrÂschenÂden GesellÂschafÂter-GeschäftsÂfĂĽhÂrern mĂĽssen die AnforÂdeÂrunÂgen an die FremdÂĂĽbÂlichÂkeit strenÂger dokumenÂtiert werden. Bei einer KompleÂmenÂtär-GmbH gelten wieder andere Regeln. Hier ist ein klarer Nachweis der AngemesÂsenÂheit unverÂzichtÂbar, um späteÂre steuerÂliÂche KorrekÂtuÂren zu vermeiÂden. Auch die sozialÂverÂsiÂcheÂrungsÂrechtÂliÂchen UnterÂschieÂde sollten expliÂzit im Vertrag geregelt sein.
PensiÂonsÂzuÂsaÂgen: VorausÂsetÂzunÂgen und Fallstricke
PensiÂonsÂzuÂsaÂgen an GeschäftsÂfĂĽhÂrer waren frĂĽher vor allem fĂĽr GesellÂschafÂter-GeschäftÂfĂĽhÂrer sehr ĂĽblich, da der Aufwand fĂĽr die RĂĽckdeÂckungsÂverÂsiÂcheÂrung oder die ergänÂzenÂden PensiÂonsÂrĂĽckÂstelÂlunÂgen steuerÂminÂdern wirkt. Auf Grund längeÂrer LebensÂerÂwarÂtung der PensiÂonsÂempÂfänÂger und in den letzten Jahren niedriÂger RendiÂten der RĂĽckdeÂckungsÂverÂsiÂcheÂrunÂgen ergeben sich fĂĽr die UnterÂnehÂmen regelÂmäÂĂźig NachzahÂlunÂgen die den PensiÂonsÂempÂfänÂger zu Gute kommen aber die aktuelÂle ErtragsÂkraft des UnterÂnehÂmens schmäÂlern. Deshalb sind PensiÂonsÂzuÂsaÂgen heute selteÂner anzutrefÂfen und ein Baustein des GeschäftsÂfĂĽhÂrerÂgeÂhalts, der sorgfälÂtig ĂĽberlegt und geregelt werden muss. Neben der AngemesÂsenÂheit und FinanÂzierÂbarÂkeit sind auch WarteÂzeiÂten und MindestÂdienstÂzeiÂten zu berĂĽckÂsichÂtiÂgen. Eine ĂśberverÂsorÂgung kann zu zusätzÂliÂchen steuerÂliÂchen BelasÂtunÂgen fĂĽhren, weshalb eine enge AbstimÂmung mit steuerÂliÂchen ExperÂten empfohÂlen wird.
Fazit
Die präziÂse BerechÂnung und GestalÂtung des GeschäftsÂfĂĽhÂrerÂgeÂhalts ist ein entscheiÂdenÂder Baustein, um steuerÂliÂche Risiken zu minimieÂren und den FortbeÂstand des UnterÂnehÂmens nachhalÂtig zu sichern. FĂĽr weiterÂfĂĽhÂrenÂde InforÂmaÂtioÂnen stehen Ihnen auch speziaÂliÂsierÂte Online-GehaltsÂrechÂner sowie BeratunÂgen durch ExperÂten zur VerfĂĽÂgung – denn bei einer soliden VorbeÂreiÂtung zählt jede DetailÂreÂgeÂlung, um Ihr LebensÂwerk optimal zu schĂĽtzen.
FĂĽr PersoÂnen mit Minijob bzw. Midijob gibt es speziÂelÂle RegelunÂgen, die berĂĽckÂsichÂtigt werden mĂĽssen, wenn sie gleichÂzeiÂtig als GeschäftsÂfĂĽhÂrer tätig sind. Auch GeschäftsÂfĂĽhÂreÂrinÂnen sollten auf eine angemesÂseÂne VergĂĽÂtung achten, die den gleichen GrundÂsätÂzen folgt.
FAQ
Ein Gehalt ist angemesÂsen, wenn es den FremdÂverÂgleichsÂmaĂźÂstäÂben entspricht, d.h. dem, was ein vergleichÂbaÂrer exterÂner GeschäftsÂfĂĽhÂrer erhalÂten wĂĽrde.
Durch eine klare, fremdÂĂĽbÂliÂche und im Voraus getrofÂfeÂne VergĂĽÂtungsÂverÂeinÂbaÂrung im AnstelÂlungsÂverÂtrag sowie deren konseÂquenÂte UmsetÂzung können vGA-Risiken effekÂtiv vermieÂden werden.
Ein GeschäftsÂfĂĽhÂrerÂgeÂhalt setzt sich meist aus einem FixgeÂhalt, variaÂblen AnteiÂlen (Tantiemen/Boni), SachbeÂzĂĽÂgen (z.B. FirmenÂwaÂgen, bAV) sowie gegebeÂnenÂfalls einer betriebÂliÂchen AltersÂverÂsorÂgung zusammen.
Das Gehalt wird beim GeschäftsÂfĂĽhÂrer als EinkĂĽnfÂte aus nichtÂselbstÂstänÂdiÂger Arbeit versteuÂert, während die GmbH es, sofern angemesÂsen, als BetriebsÂausÂgaÂbe absetÂzen kann. Ăśber einen SteuerÂklasÂsenÂrechÂner kann man die persönÂliÂche BelasÂtung ermitÂteln. Die genaue steuerÂliÂche BehandÂlung kann jedoch je nach KonstelÂlaÂtiÂon variieren.
Ein klar strukÂtuÂrierÂter GeschäftsÂfĂĽhÂrer-AnstelÂlungsÂverÂtrag ist essenÂziÂell. Er regelt alle VergĂĽÂtungsÂbeÂstandÂteiÂle eindeuÂtig und hilft, steuerÂliÂche Risiken wie eine vGA zu vermeiden.
Ja, bei GesellÂschafÂter-GeschäftsÂfĂĽhÂrern wird die AngemesÂsenÂheit besonÂders streng geprĂĽft, um unnötiÂge steuerÂliÂche BelasÂtunÂgen zu vermeiÂden. Der ArbeitÂgeÂber/ArbeitÂnehÂmer-Status ist hier entscheiÂdend fĂĽr viele Regelungen.

