Unternehmermangel wird zur Zukunftsfrage im Mittelstand

Wir haben an dieser Stelle schon mehrfach über den bevorstehenden Unternehmermangel geschrieben. Eric Schweitzer, der Präsident des deutschen Industrie- und Handelskammertages“ schlägt zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate Alarm: „Die Fachkraft Unternehmer wird knapp.“ Was bedeutet dies für Familienunternehmer die eine Unternehmensnachfolge in Osnabrück und Umgebung vorbereiten?

Auch Thomas Serries, Leiter des Unternehmensservice der Wirtschaftsförderung des Landkreises Osnabrück, verweist am 07. Juni 2016 auf einer Veranstaltung zum Thema Unternehmensnachfolge auf einen seit längerem anhaltenden Unternehmermangel: „Es wird in den kommenden Jahren voraussichtlich mehr angebotene Unternehmen geben als potentielle Käufer. Die besten Chancen haben die Verkäufer, die ein attraktives Unternehmen anbieten und ein möglichst risikoarmes Invest für einen Käufer bieten.“

Insbesondere für von starken Familienunternehmen geprägte Regionen wie das Osnabrücker Land, das Münsterland oder Ostwestfalen ist die erfolgreiche Lösung der Unternehmensnachfolge im Mittelstand eine der wichtigsten Zukunftsfragen.

Übergabefähigkeit frühzeitig herstellen

Der Unternehmermangel ist ein wesentlicher Grund, die Nachfolgefähigkeit eines vor dem Generationswechsel stehenden Unternehmens frühzeitig herzustellen. Deren Bewertung erfolgt im Wesentlichen über die zwei folgenden Kriterien:

  • Nachhaltige Ertragskraft: Ein nachhaltig profitables Unternehmen verzinst das Eigenkapital des Unternehmens positiv und preist das unternehmerische Risiko mit ein. Zur Darstellung der nachhaltigen Ertragskraft des Unternehmens und eines möglichst hohen Unternehmenswertes sollte ein Übergeber seine Bilanz frühzeitig bereinigen und stille Reserven heben. Eine kurzfristig höhere Steuerlast macht sich meist über einen deutlich höheren Verkaufspreis wieder bezahlt.
  • Marktüblicher Unternehmerlohn: Der Unternehmer sollte sich einen marktüblichen Unternehmerlohn auszahlen; der bereinigte Unternehmerlohn sollte marktüblich auf dem Gehaltsniveau eines Fremdmanagers angesetzt sein.

Darüber hinaus spielen weitere Themen bei der Bewertung der Übergabefähigkeit eine wichtige Rolle. Dazu zählen z.B. die Frage der operativen Abhängigkeit der Firma vom Inhaber, das Vorhandensein einer zweiten Führungsebene und eine zukunftsorientierte Ausrichtung der angebotenen Produkte und Dienstleistungen.

Im Rahmen einer anstehenden Unternehmensnachfolge gilt es, das Unternehmen frühzeitig für den Generationswechsel fit zu machen. Dazu zählt u.a. auch eine klare Trennung von Privat- und Betriebsvermögen.

Unternehmermangel: Gute Vorbereitung hilft bei der Nachfolgersuche

In Zeiten des Fachkräftemangels gleicht die Suche nach einem Unternehmensnachfolger dem Kampf um die besten Köpfe. Der DIHK verweist in seiner Pressemitteilung auf die seit vier Jahren stetig sinkende Zahl junger Existenzgründer und Übernehmer. Aus Sicht des DIHK lebt ein wettbewerbsfähiger Mittelstand insbesondere davon, dass Pioniere die etablierten Platzhirsche immer wieder herausfordern.

Für Existenzgründer bietet die Übernahme eines Unternehmens durchaus Chancen aber auch Risiken. Sie übernehmen auf der einerseits ein etabliertes Geschäftsmodell mit einem idealerweise positiven Cash-Flow.  Andererseits kann eine sehr auf den Inhaber zugeschnittene Organisation und Entscheidungskultur auch ein Risiko für den Übernehmer darstellen.

Auf der Suche nach einem geeigneten Unternehmensnachfolger gehören auf jeden Fall die Erarbeitung attraktiver und aussagekräftiger Verkaufsunterlagen und die Ermittlung eines objektivierten Unternehmenswertes. Damit sind Familienunternehmer auch in Zeiten des Unternehmermangels bestens auf die Suche nach einem Übernehmer vorbereitet.

Der positive Nebeneffekt: Einem potentiellen Unternehmensnachfolger stellen sich die Chancen und Risiken seines Investments übersichtlich dar und helfen ihm bei der Vorbereitung seines eigenen Businessplans und nachfolgender Gespräche mit Banken und Kapitalgebern.

Professionelle Begleitung vermeidet teure Fehler bei der Unternehmensnachfolge

Ein transaktionserfahrener Berater hilft darüber hinaus, die Kandidatensuche und den nachfolgenden Verkaufsprozess stringent und zeitsparend zu gestalten. Dazu gehört u.a. die Vorbereitung der notwendigen Vertraulichkeits- und Absichtserklärungen (LoI), die Verhandlungsmoderation, sowie die Organisation einer Unternehmensprüfung (Due Diligence) bzw. die Erarbeitung des konkreten Kaufvertrages. “

Der Unternehmensberater Nils Koerber weist darauf hin, dass die Übersetzungsarbeit in einem Nachfolgeprozess nicht zu unterschätzen ist: „Ohne jegliche Transaktionserfahrung sollte kein Käufer ohne Berater diese Aufgabe annehmen. Das Risiko von teuren Fehlern ist in Zeiten des Unternehmermangels eindeutig zu hoch.“ Und dass nicht nur in der Region Osnabrück, im Münsterland, dem Emsland oder in Ost-Westfalen.

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