Bauunternehmen verkaufen - lohnt das im Bauboom?
Bauarbeiter auf einer Baustelle-Bauunternehmen kaufen

Bauunternehmen verkaufen – lohnt das im Bauboom?

Jetzt eine Baufirma verkaufen? Mitten im Bauboom? Deutschlandweit profitieren Bauunternehmen und Handwerker massiv von der gut laufenden Konjunktur. Dank der vielen Aufträge von Häuslebauern, Industrie- und Gewerbe sowie der öffentliche Hand stimmen Umsatz und Erträge. Dies ist schließlich eine perfekte Ausgangslage für den Verkauf von Bauunternehmen. Die folgenden Gründe sprechen dafür.

Welche Baufirmen sind besonders attraktiv?

Attraktive Bauunternehmen machten ihre Hausaufgaben: Denn diese Firmen verfügen über ein besonderes Alleinstellungsmerkmal. Dies kann Spezial-Know-how sein, mit dem sie erfolgreich Nischenmärkte besetzen. Gut etablierte Unternehmen in den attraktiven Ballungsräumen und Wirtschaftszentren sind ebenfalls gefragt. Viele Unternehmen suchen Verstärkung im Bereich der Digitalisierung der Bauplanung oder im Bereich neuer industrieller Prozesstechniken. Interessant sind auch Technologien, die Abläufe verschlanken, beschleunigen und kostengünstiger machen. Käufern bewerten diese Firmen tendenziell höher.

Fachkräftemangel wird zur Konjunkturbremse

Viele Betriebe verfügen über gut gefüllte Auftragsbücher bis weit ins kommende Jahr hinein. Doch gutes Personal ist in der Baubranche gegenwärtig rar. Aufgrund der guten Konjunktur gibt es auch in Osteuropa kaum noch Arbeitskräfte für den deutschen Markt. Der Fachkräftemangel stellt somit ein wachsendes Problem dar. Viele Unternehmen wissen deshalb heute nicht mehr, wie sie die Arbeit bewältigen sollen. Aus diesem Grund bietet ein Unternehmenskauf die Möglichkeit eingespielte Teams zu übernehmen.

Eine solide Mitarbeiterbasis ist dementsprechend einer der wesentlichen Faktoren, die Unternehmen zur Übernahme anderer Unternehmen motiviert. Gerade die Mitarbeiter kleinerer Unternehmen sind jedoch oft vergleichsweise alt, was einen geplanten Firmenverkauf erschwert. Vor dem Verkauf ihres Bauunternehmens sollten Firmenchefs alles daransetzen, den Mitarbeiterstamm gezielt zu verjüngen.

Unternehmermangel in Baubranche deutlich spürbar

Die Köpfe familiengeführter Baufirmen sind eher älter. Somit führt der Fachkräftemangel schon heute zu einem Unternehmermangel. Denn junge und gut ausgebildete Bauspezialisten arbeiten lieber angestellt als unternehmerischen Ambitionen zu folgen. Auf den Fachkräftemangel der Branche folgt jetzt ein Unternehmermangel.

In 2017 standen im Kammerbezirk der IHK Osnabrück mehr als 800 mittelständische Bauunternehmen vor der Nachfolgefrage. Bis 2022 erhöht sich diese Zahl laut unserer Regionalstudie zur Unternehmensnachfolge um mehr als 60 Prozent auf über 1.300 Unternehmen. Wir schätzen, dass deutlich weniger als die Hälfte der vor dem Generationswechsel stehenden Firmen in der Familie übergeht. Infolgedessen steigt die Zahl der zum Verkauf stehenden Bauunternehmen in den nächsten Jahren vermutlich deutlich.

Wer kauft ein Bauunternehmen?

Nehmen Sie die folgenden Käufergruppen für den Verkauf von Bauunternehmen in den Blick:

  • Baukonzerne: Große Baukonzerne sind als strategische Investoren konstant auf der Suche nach Zukäufen. Für diese kommen oftmals nur mittelgroße Bauunternehmen ab einem Umsatz ab fünf oder zehn Millionen in Betracht.
  • Mittelständische Bauunternehmen: Gerade beim Verkauf eines kleineren Bauunternehmens lohnt es sich, die vielen etablierten Mittelständler anzusprechen. Schließlich erschließen diese Firmen über Zukäufe vergleichsweise einfach neue Regionen oder erweitern ihre Produktpalette. Oftmals ist der Auslöser zur Suche auch ein Auftrag in einer neuen Region. Infolgedessen suchen viele Mittelständler nachfolgend gezielt nach zum Verkauf stehenden Bauunternehmen.
  • Finanzinvestoren: Private-Equity-Investoren oder Family-Offices sind ebenfalls auf der Suche nach zum Verkauf stehenden Baufirmen. Viele dieser Investoren halten häufig Anteile an Bauunternehmen, die sie im Rahmen einer Buy-and-Build-Strategie schrittweise um kleinere Unternehmen ergänzen.
    Somit erlebt die Baubranche die aus dem Handwerk und anderen Branchen bekannte Konsolidierung kleinerer und mittlerer Unternehmen.
  • Management-Buy-Ins (MBIs): Gerade Bauunternehmen mit einer Umsatzgröße zwischen zwei und fünf Millionen Euro sind für branchenerfahrene MBIs interessant. Denn viele dieser MBIs finanzieren mit Ihrem Eigenkapital solche Unternehmensnachfolgen oft erfolgreich.

Wie entwickeln sich die Preise?

Noch sind die Zeiten für den Verkauf von Bauunternehmen gut. Denn gerade die mittelgroßen Unternehmen erzielen im langjährigen Vergleich gute Preise.

Die Baubranche ist allerdings stärker von der Konjunktur als andere Branchen beeinflusst. Konjunkturrückgänge, steigende Bauzinsen oder auch nur ein Rückgang des Auftragseingangs verschlechtert die Verkaufsaussichten. Infolgedessen reduzieren sich oftmals auch die Firmenbewertungen.

Was erschwert den Verkauf von Bauunternehmen?

Wesentlich für einen erfolgreichen Unternehmensverkauf sind nachhaltig erwirtschaftete Gewinne und ein zukunftsfähiges Geschäftskonzept mit klaren Alleinstellungsmerkmalen. Die folgenden Punkte erschweren jedoch den Verkauf von Bauunternehmen:

Fehlende zweite Führungsebene

Branchenbeobachter erwarten gerade für kleinere und mittlere Baufirmen eine weitere Konsolidierung. Denn für Familienunternehmen mit Umsätzen im einstelligen Millionenbereich gilt es oft, eine weitere Herausforderung zu bewältigen. Die Strukturen dieser Unternehmen sind vielfach auf den Inhaber zugeschnitten. Vielen dieser Unternehmen fehlt schlicht eine zweite Führungsebene, die das Unternehmen ohne den Chef in Gang hält. Der Aufbau einer zweiten Führungsebene oder die Einstellung eines familienfremden Geschäftsführers ist hier anzuraten.

Hoher Altersdurchschnitt von Mitarbeitern und Maschinen

Abhängigkeiten zu wenigen Großkunden, ein überalterter Maschinenpark oder ein höherer Altersdurchschnitt der Belegschaft erschweren den Verkauf von Bauunternehmen zusätzlich.

Geografische Lage beeinflusst Investition

Gerade beim Verkauf von Bauunternehmen oder Handwerksbetrieben stellen wir fest, dass die geografische Lage für Übernehmer eine große Rolle spielt. Größere Investoren suchen oft nach verkehrsgünstig gelegenen Standorten. Idealerweise liegen diese in der Nähe von Ballungsräumen und ermöglichen Projekte in bis zu 100 Kilometern Entfernung.

Ungünstige Rand-, Grenz- und Insellagen wirken sich schnell auf den Projekterfolg oder den erzielbaren Kaufpreis aus. Oftmals kommen hier MBIs zum Zug, die eine besondere persönliche Beziehung zu der Region haben.

Für MBIs spielt die geografische Lage des Unternehmens eine noch größere Rolle. Schließlich wollen die wenigsten Einzelinteressenten gemeinsam mit ihrer Familie für einen Unternehmenskauf umziehen. Infolgedessen reduziert sich die Pendelbereitschaft meist auf maximal eine Stunde Fahrzeit.

Ungenügend vorbereiteter Transaktionsprozess

Eine gute Vorbereitung des Übergabeprozess zahlt sich für den Verkäufer immer aus. Denn Kaufinteressenten erwarten vor einem Erstgespräch aussagekräftige Unterlagen, die das Geschäftsmodell und ein belastbares und vor allem bereinigtes Zahlenwerk darstellt.

Gerade im Handwerk und Bauwesen stellen wir gegenwärtig eine ungenügende Fokussierung seitens der Käuferseite fest. Dies hat viel mit der aktuell gut laufenden Baukonjunktur zu tun. Denn gerade aufgrund der vielen operativen Erfordernisse aktueller Bauprojekte geraten gerade für mittelständische Baufirmen strategische Wachstumsprojekte schnell aus dem Fokus. Infolgedessen verlängern sich die Abstände zwischen den einzelnen Schritten teilweise um mehrere Wochen und somit die Gesamtdauer der Projekte deutlich.

Sie wollen wissen, ob ein Verkauf Ihres Bauunternehmens lohnenswert sein könnte? Senden Sie mir Ihren Terminvorschlag für ein vertrauliches und unverbindliches Telefonat oder rufen Sie mich jetzt unter 05461 80 92 840 an.

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Welche zum Verkauf stehenden Bauunternehmen sind attraktiv?

Der Fokus von Investoren liegt ganz klar auf Baufirmen in Ballungsräumen oder in  attraktiven Wirtschaftszentren. Klare Alleinstellungsmerkmale oder eine Spezialisierung, besondere technologische Kompetenz bei der Projektabwicklung oder der Digitalisierung der Bauplanung machen zum Verkauf stehende Bauunternehmen für Investoren interessanter. Oft gesucht werden aktuell auch Spezialisten für den Breitbandausbau

Wer kauft ein Bauunternehmen?

Baukonzerne und kleinere Mittelständler sind klassische strategische Investoren. Im Rahmen ihrer Wachstumsstrategie suchen diese vielfach zum Verkauf stehende Bauunternehmen als neue Standorte. Weitere Interessengruppen sind klassische Finanzinvestoren oder auch branchenerfahrene Management-Buy-In-Kandidaten. Letztere sind insbesondere für familiengeführte Baufirmen interessant, die aufgrund ihrer Umsatzgröße für Finanzinvestoren und Strategen zu klein sind.

Was erschwert den Verkauf von Bauunternehmen?

1.       Abhängigkeit von wenigen Großkunden und ertragsschwache Geschäftsmodelle.
2.       Abhängigkeit des Managements von Einzelpersonen. Fehlende zweite Führungsebene.
3.       Hohes Alter von Mitarbeitern, Maschinen und Anlagen.
4.       Ein ungenügend vorbereiteter Transaktionsprozess.
5.       Ungünstig gelegene Standorte.