Kurz.Knackig.Vertraulich - Der Teaser
Taschenrechner und Füller hinter Schriftzug: Kurz.Knackig.Vertraulich.Der Teaser

Kurz.Knackig.Vertraulich – Der Teaser

Er ist kurz. Er ist sachlich. Er macht neugierig – aber er ist dennoch leise, anonym und diskret. Der Teaser ist die Visitenkarte eines Unternehmensverkäufers. Was sind Merkmale eines guten Teasers und welche Stolperfallen sollten Sie dabei vermeiden? Mit diesen Tipps machen Sie einen nachhaltigen ersten Eindruck. 

Der Teaser oder auch Short Memo ist der erste Text, den ein potentieller Interessent aus der Short- oder Longlist von uns erhält. Zweck des Papiers ist es den Interessenten auf das Angebot eines Unternehmensverkaufs hinzuweisen und die Neugier auf das zu verkaufende Unternehmen zu wecken.

Dies ist mit erheblichen Risiken verbunden, weshalb der Inhalt des Schreibens detailliert mit den Mandanten besprochen und abgestimmt werden muss. Zum einen geht das Schreiben natürlich ohne vorherigen NDA raus und zum anderen muss davon ausgegangen werden, dass regelmäßig auch Mitbewerber des zu verkaufenden Unternehmens den Text erhalten.

Den Mandanten schützen

Letzter Punkt ist sehr kritisch, da ein möglicher Mitbewerber aus den im Teaser enthaltenen Parametern das Unternehmen identifizieren und dies vertrieblich nutzen kann oder den zeitlichen Vorsprung für die Informationsbeschaffung nutzt.

Im schlimmsten Fall wird der Mitbewerber die Bestandskunden angehen und diskret „hinter vorgehaltener“ Hand darauf hinweisen, dass der Dienstleister, etc. zum Verkauf steht und man sich doch schon mal nach einem neuen Lieferanten umsehen sollte. Nicht ganz so weit hergeholt. Glauben Sie mir.

Was steht im Teaser?

Der Teaser sollte als One-Pager geschrieben sein. Zumindest bei den kleinen Unternehmen (unserer Zielgruppe) kommt man in der Regel damit aus. Mehr Text wird meistens nicht vom Empfänger gelesen.

Los geht es mit der Rechtsform. Schließlich will ein Interessent wissen, ob er eine Kapitalgesellschaft oder Personengesellschaft kauft. Hier wird selbstverständlich nicht der komplette Unternehmensname stehen.

Danach folgt in der Regel die Angabe zum Unternehmenssitz, an dem das Objekt Ihren Stammsitz hat. Hier wird sich ein weiterer Radius befinden. Anstatt „Mülheim a. d. Ruhr“ sollte Nordrhein-Westfalen genannt werden. Denn wie viele Unternehmen gibt es wohl, die auf den nächsten Punkt Inhalt passen?

Der Teaser Schwerpunkt

Der Inhalt sollte kurz den Unternehmenszweck und die Kernpunkte darstellen und ein paar Worte zu Anzahl der Niederlassungen und Wachstumschancen verlieren. Auch hier gilt: Allgemein halten! Es dürfen keine Rückschlüsse auf das Objekt gezogen werden. Anstatt „3 Niederlassungen in NRW, Hessen und Bayern“ lieber „3 Standorte deutschlandweit“. Anstatt „Es ist geplant den Bereich Software Energiewirtschaft um eine gaswirtschaftliche Anwendung zu erweitern.“ lieber „Ausweitung der Säule Energiewirtschaft um eine weitere Fachanwendung“. Damit wird kein Hinweis auf das Tätigkeitsfeld Gaswirtschaft gegeben.

Ein wenig genauer darf es schon sein. Die Dienstleistung/Produkte darf bitte so beschrieben werden, dass der Leser auch einen Eindruck vom Tätigkeitsfeld bekommt. Zum Beispiel: „Programmierung von Add-Ins für Microsoft Office Produkte“.

Zahlen und Fakten im Teaser

Interessant ist dann – und hier wandern die Augen des Lesers immer zuerst hin  – Angaben zum Umsatz und Ertrag. Da sollten sich dann schon die Zahlen (grob) wiederfinden, die auch im Expose/Informations-Memorandum genannt werden. Der ganze Verkaufsprozess muss in sich schlüssig sein. Es nützt keinem etwas hier von einem EBIT von 1,3 Mio EUR zu reden und dann stellt sich in den folgenden Prozessschritten heraus, dass das EBIT tatsächlich nur bei 900T€ liegt. Da haben wir sofort Konfliktpotential und Diskussionsbedarf in den Verhandlungen. Bitte keine ganzen Excel Tabellen einfügen. Kurze Sätze zum Umsatz und Ertrag und ein wenig zur den geplanten Umsatzzahlen reichen völlig aus.

Zum guten Schluss runden Basicangaben wie Mitarbeiterzahl und Durchschnittsalter (wenn es denn positiv zu verwerten ist) und ein kurzer, aktueller Status wie zum Beispiel „guter Ruf“, „zahlreiche Neukunden“, etc. den Teaser ab.

Der letzte Punkt ist dann die Kaufpreisvorstellung. Damit sollte genug Material vorhanden sein, um einen ersten Eindruck zu bekommen und einen NDA zu unterschreiben, der den Versand des kompletten Informations Memorandums auslösen könnte.

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